Frauen ans Netz 1998 - 2005
Die Gemeinschaftsaktion Frauen ans Netz war die wichtigste und erfolgreichste Maßnahme zur Erhöhung der Internetbeteiligung von Frauen in Deutschland. Internetkurse von Frauen für Frauen waren ihr Markenzeichen und wirken bis heute nach. Wir zeigen Ihnen hier die wichtigsten Etappen und Ergebnisse dieser wegweisenden Initiative.
- Management Summary: Gemeinschaftsaktion Frauen ans Netz. Gleiche Chancen für alle Frauen
- Internetkurse von Frauen für Frauen
- Alle Aktionsorte im Überblick
- fanCLUB: Internetcafé-Zeiten für Frauen in Bibliotheken 2002-2005
- Workshops 2002: "Frauen im ländlichen Raum der neuen Bundesländer" und "Seniorinnen"
- Public Private Partnership Award 2003 für "Frauen ans Netz"
- Ergebnisse der Teilnehmerinnenbefragung 2004 und 2005
- Hintergrund der Gemeinschaftsaktion
- Partnerinnen und Partner
Management Summary: Gemeinschaftsaktion Frauen ans Netz. Gleiche Chancen für alle Frauen
Internetkurse von Frauen für Frauen waren das Markenzeichen der Aktion, die seit 1998 gemeinsam vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Telekom/T-Com, der Zeitschrift Brigitte, der Bundesagentur für Arbeit (BA) und des Vereins "Frauen geben Technik neue Impulse" als Publilc-Private-Partnership (PPP) durchgeführt wurden.
** Ausgezeichnet mit dem Public Private Partnership Award 2003 ** der Initiative D21 und des Behördenspiegels.
Ziele der Aktion waren:
- Den Frauenanteil im Netz auf mindestens 50 Prozent steigern.
- Frauen ohne Zugangsmöglichkeiten zur Technik die Internetnutzung kostengünstig ermöglichen.
- Die Kompetenz im Umgang mit dem Medium Internet verständlich und in angenehmer Atmosphäre vermitteln.
- Frauen zeigen, wie viel Spaß das weltweite Netz macht und wie sie es optimal für Kontakte, Unterhaltung und Information als auch Weiterbildung nutzen können.
- Frauen motivieren, die Alltagstauglichkeit des Mediums Internet zu erproben und sich an der Gestaltung der Informationsgesellschaft zu beteiligen.
Erfolge 1998 bis 2003: Einstiegs- und Praxiskurse
- 13.600 zwei-/dreistündige kostenfreie Einstiegs- und kostenpflichtige Praxiskurse mit 150.000Teilnehmerinnen, 330 Aktionsorte und Kooperationen mit 380 Bildungseinrichtungen bundesweit, 1 MB Online-Kursseiten.
- Dezentrales Sponsoring-Modell mit über 400 Einrichtungen und Unternehmen.
- 130.000 Begleithefte für Kursteilnehmerinnen, 75.000 "Find.Link"-Suchhilfen, 300.000 Terminbroschüren 2002 und 2003, 50.000 Best-Practice-Broschüren, 50.000 Datenbankbroschüren mit 478 Anbieteradressen (2002).
- Evaluation mit Online-Fragebögen, Auswertung von bisher 30.000 Teilnehmerinnen.
Erfolge 2004 bis 2005: Kostenpflichtige Einstiegskurse
- 2.600 dreistündige Einstiegskurse mit 11.000 Anmeldungen.
Website www.frauen-ans-netz.de
- 3. Relaunch der Website am 1. April 2005 zum Portal "Ihr Wegweiser ins Internet"mit neuem News-Feature, einer graphischen Übersichtskarte und einem Terminkalender für Veranstaltungen.
- Interne Arbeitsbereiche für Expertinnen, Kooperations- und Aktionspartner
- Erste und einzige bundesweite Datenbank mit Internet-Kursangeboten für Frauen bei 803 Schulungs-Einrichtungen.
- 2.600 Abonnements des monatlichen Newsletters.
- 44 Mio. Hits oder 5,6 Mio. Page Impressions seit Beginn der Aktion, monatlich bis zu 100.000 Seitenaufrufe und 50.000 Besuche.
Schwerpunkte 2002 bis 2005
- Neue Zielgruppen erschließen, um die qualitative und quantitative Internetbeteiligung von Frauen zu steigern.
- Aktionsangebote qualitativ und inhaltlich an den Interessen von nicht-erwerbstätigen Frauen, Frauen auf dem Land, in den neuen Bundesländern sowie Seniorinnen ausrichten.
- Attraktive Verbindungen zwischen traditionellen und neuen Medien herstellen, um den Nutzungsinteressen von Frauen zu entsprechen.
- Öffentliche Zugangsorte mit Medienangeboten und Betreuungsmöglichkeiten erschließen, die der Zielgruppe sympathisch und einfach zugänglich sind.
Angebot fanClub - Intenetcafe-Zeiten in Bibliotheken
- Internetcafe-Zeiten für Frauen in Bibliotheken: Pilotprojekt vom 1.9. - 30.11.2002 in 7 Bibliotheken: Berlin, Bremen, Freiburg, Halberstadt, Leipzig, Potsdam, Rostock.
- Kooperation mit dem Deutschen Bibliotheksverband bei der Ausschreibung zur Teilnahme am Clubangebot, bei der Öffentlichkeitsarbeit und Sponsorensuche.
- Start am 01.09.03 mit 30 Bibliotheken, viele in kleineren Städten und Gemeinden. Clubzeiten wahlweise, Montags, Mittwochs oder Donnerstags mit zweistündiger Onlinemoderation im Chat. Erweiterung der Online-Lernmodule um Maustraining und Wissenstest auf 8 Module. Im August Workshops für Bibliothekarinnen zum Kennenlernen des Clubmaterials.
- 2004: Fortsetzung des Angebotes und Ausweitung auf 50 Bibliotheken bundesweit.
- 2005: 25 aktive Bibliotheken mit Internetcafé-Angebot für Frauen - FaN-Club - von 55 teilnehmenden
Angebote für Seniorinnen und in den neuen Bundesländern
- Best-Practice-Workshops mit Expertinnen aus Verbänden, Organisationen und Projekten in Bonn und Berlin: Analyse der Zielgruppen und Erfolgsfaktoren der Projekte und Initiativen
- Ausschreibung eines Kooperationsprojektes mit den Ländern: Mobile Angebote mit länderspezifischer Ausprägung in public private partnership im Juli 2003
- Sonderaktion für Seniorinnen in Kooperation mit T-Com: Kurse mit integriertem Maustraining im Herbst 2003
Internetkurse von Frauen für Frauen
Die Internetkurse von Frauen für Frauen waren das Herzstück der Aktion Frauen ans Netz. Im Rahmen der Aktion wurden zwei unterschiedliche Kurse angeboten. Zum einen der zunächst kostenlose Einstiegskurs Schritt für Schritt ins Internet in dem den Teilnehmerinnen die grundlegenden Kenntnisse im Umgang mit dem Internet vermittelt wurden. Zum anderen wurde aufbauend auf den Einstiegskurs der kostenpflichtige Praxiskurs Surfen und Suchen angeboten. In diesem Kurs konnten Absolventinnen des Einstiegskurses sowie Frauen, die bereits über Grundkenntnisse verfügten, ihre Internetfertigkeiten ausweiten und vertiefen. Dank der Unterstützung zahlreicher Kooperationspartnerinnen und -partner wurden die Kurse deutschlandweit an über 300 Orten - überwiegend in Bildungseinrichtungen - angeboten.
Einstiegskurs Schritt für Schritt ins Internet
Der Einstiegskurs Schritt für Schritt ins Internet war darauf angelegt Frauen zu zeigen, wie sinnvoll das Internet für den eigenen Alltag eingesetzt werden kann und wie viel Spaß es macht, sich Schritt für Schritt durch die neue Welt durchzutasten. Der Kurs wurde vom Jahr 1998 bis 2005 angeboten. Im Laufe der Zeit wurde er immer wieder aktualisiert. In den letzten beiden Jahren galten diese Bedingungen:
- Dauer: 3 Stunden
- Kosten: 9,90 Euro
- höchstens 10 Teilnehmerinnen
Der dreistündige Internetkurs führte die unerfahrenen Teilnehmerinnen systematisch in den Umgang mit dem neuen Medium ein. Vom Starten des Browers über den Aufbau von Internet-Adressen bis zur gezielten Suche nach Informationen wurden die Inhalte sehr praxisnah vermittelt. Jede Teilnehmerin erhielt einen eigenen Rechner und konnte das Erlernte sofort ausprobieren. Folgende Themen wurden in dem Einstiegskurs behandelt:
- Das Internet
- Surfen und Navigieren
- E-Mail-Grundlagen
- Suchen und Senden
- Maustraining (wenn gewünscht)
Praxiskurs Surfen und Suchen
Der Praxiskurs Surfen und Suchen griff vorhandene Grundkenntnisse auf und erweiterte gezielt die Internetkompetenz der Teilnehmerinnen. Während seiner Laufzeit galten für den Praxiskurs folgende Bedingungen:
- Dauer: 4 Stunden
- Kosten: 55 Mark/30Euro
- höchstens 8 Teilnehmerinnen
Der vierstündige Internetkurs baute auf vorhandene Kenntnisse auf und vermittelte den Teilnehmerinnen spezifische praktische Kompetenzen in der Nutzung des Internets. So lernten die Teilnehmerinnen beispielsweise wie sie im Internet nützliche Informationen finden, eine Bahnverbindung heraussuchen, Einkaufen, professionell recherchieren oder sogar einen Job finden können. Auch hier wurden Inhalte sehr praxisnah vermittelt und jeder Teilnehmerin stand ein eigener Rechner zur Verfügung. Folgende Themen wurden in dem Praxiskurs behandelt:
- hilfreiche, nützliche Webseiten
- Zugang zu unbegrenzten Informationen
- Einkaufen im Internet
- Sammeln von Web-Seiten; das Anlegen von Favoritenlisten
- grundlegende Suche
- Suchworte verknüpfen
- professionell recherchieren
Online-Kursseiten
Im Jahr 2003 wurden die Inhalte des Einstiegskurses noch einmal aktualisiert und als Online-Kursseiten im Internet angeboten. Die Lerneinheiten konnnten von den Kursleiterinnen des Einstiegskurses zur Verdeutlichung und Veranschaulichung ihre Ausführungen aufgerufen werden. Mit den Übungen konnten die Teilnehmerinnen ihre erworbenen Kenntnisse direkt prüfen und dabei ihre Bedienfertigkeiten erproben. Die Gestaltung der Seiten war einfach und übersichtlich. Die Wortwahl sprach die Teilnehmerinnen direkt an. Beispiele und Erläuterungen orientierten sich an der Lebens- und Erfahrungswelt der Frauen. Die Online-Kursseiten rufen sie mit einem Klick auf die Grafik auf.
Alle Aktionsorte im Überblick
Dank der Unterstützung zahlreicher Kooperationspartnerinnen und -partner wurden die Kurse 1999 bis 2005 deutschlandweit an 330 Orten angeboten. An den 13.600 zwei-/dreistündigen kostenfreien Einstiegs- und kostengünstigen Praxiskursen nahmen 150.000 Frauen teil. 380 Bildungs- und Sozialeinrichtungen, Kommunen, Schulen, IT- und Internetunternehmen führten das Angebot vor Ort mit erfahrenen Trainerinnen und modernem Equipment zuverlässig und erfolgreich durch.
Auf der Karte finden Sie die regionale Verteilung der Aktionsorte. In der Tabelle darunter sehen sie die Liste der Kooperationspartnerinnen und -partner sortiert nach der Postleitzahl. Inzwischen sind nicht mehr alle Anbietenden auf dem Markt, daher haben wir auf eine Verlinkung verzichtet. Sie werden die noch aktiven Einrichtungen über eine Internetsuche einfach finden können.
| Institution | Ort |
| ARTOS - die Mediengemeinschaft e.V. | 01187 Dresden |
| Arsmedia / Collegeline, 2 | 01277 Dresden |
| Arsmedia / Collegeline, 1 | 01445 Radebeul |
| Landratsamt Meißen | 01662 Meißen |
| Vatter Bildungszentrum | 01844 Neustadt |
| BIT aktiv Computertraining | 01900 Bretnig-Hauswalde |
| Berufsakademie Ostsachsen GmbH | 02625 Bautzen |
| Computer- und Medienzentrum Seifhennersdorf | 02782 Seifhennersdorf |
| Berufsakademie Ostsachsen GmbH | 02977 Hoyerswerda |
| URANIA Cottbus e.V. | 03044 Cottbus |
| BBI - Bildungs- und Beratungsinstitut GmbH | 06108 Halle |
| SALO Bildung und Beruf GmbH | 06449 Aschersleben |
| sbs bildungsprojekte gmbh | 06844 Dessau |
| Euro-Schulen Gera | 07548 Gera |
| Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft e.V. Gera | 07549 Gera |
| Taylorix Institut für berufliche Bildung e.V. | 09120 Chemnitz |
| TPS Telekommunikations-, Planungs- und Schulungs GmbH | 09125 Chemnitz |
| EUREGIO Wirtschaftsservice GmbH | 09380 Thalheim |
| FBAB Fort- und Berufsbildungsakademie GmbH | 09618 Brand-Erbisdorf |
| FrauenComputerTraining Berlin | 10115 Berlin |
| Piona Point - Teleworking Management e.V. | 10115 Berlin |
| Goldnetz gGmbH | 10178 Berlin-Mitte |
| Silbermedia - Computerschule für alle ab 50 | 10787 Berlin-Tiergarten |
| Durchblick GmbH | 10965 Berlin- Kreuzberg |
| FrauenTechnikZentrum Berlin e.V. | 13051 Berlin-Hohenschönhausen |
| Deutscher BildungsRing GbR für Förderung und Fortbildung | 13055 Berlin-Lichtenberg |
| netz-start Computerschule | 13509 Berlin-Reinickendorf |
| Computerschule Treffpunkt PC | 14163 Berlin |
| d & d-g design & development gruda | 14165 Berlin-Zehlendorf |
| Gesundheitsförderverein e.V. | 15232 Frankfurt/Oder |
| Pontes Bildung und Beratung GmbH | 15711 Königs Wusterhausen |
| Stadt Eisenhüttenstadt | 15890 Eisenhüttenstadt |
| Bürgerhaus der Gemeinde Warnkenhagen OT Gottin | 17168 Warnkenhagen |
| Schwiesower Freizeit-und Kulturtreff e.V. | 18276 Groß Schwiesow |
| Kreisvolkshochschule Nordvorpommern | 18507 Grimmen |
| bits´n´chips | 21493 Schwarzenbek |
| Stadt Norderstedt | 22846 Norderstedt |
| Gemeinde Barsbüttel | 22885 Barsbüttel |
| Wirtschaftakademie Schleswig Holstein | 22926 Ahrensburg |
| Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein | 25524 Itzehoe |
| Grundschule Gießelhorst | 26655 Westerstede |
| Grundschule Jheringsfehn | 26802 Moormerland-Jheringsfehn |
| Samtgemeinde Hesel | 26835 Hesel |
| Volkshochschule Osterholz- Scharmbeck | 27711 Osterholz-Scharmbeck |
| Bildungswerk der Niedersächsischen Wirtschaft | 27749 Delmenhorst |
| Kreisvolkshochschule Achim | 28832 Achim |
| Lernstudio Weyhe | 28844 Weyhe |
| Volkshochschule Heidekreis gGmbH | 29664 Walsrode |
| donna-megabyte | 30175 Hannover |
| Gemeinde Isernhagen | 30916 Isernhagen |
| Stadt Bad Salzdetfurth | 31162 Bad Salzdetfurth |
| hpcom | 31224 Peine |
| Stadtbibliothek Gütersloh GmbH | 33330 Gütersloh |
| Frauencomputerschule ItF e.V. | 34119 Kassel |
| Berufsbildungszentrum der Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg | 34497 Korbach |
| Computerschule Lünzer | 35390 Gießen |
| ics - individuelle Computerschulung Fulda | 36039 Fulda |
| AWT | 36043 Fulda |
| Computer Intensiv | 36137 Großenlüder |
| Werra-Meißner-Kreis | 37269 Eschwege |
| hpcom | 38100 Braunschweig |
| Kreisvolkshochschule des Landkreises Gifhorn | 38518 Gifhorn |
| AWZ Halberstadt | 38820 Halberstadt |
| SALO Bildung und Beruf GmbH | 38820 Halberstadt |
| Berufsförderungswerk Sachsen-Anhalt gGmbH | 39418 Staßfurt |
| SALO Bildung und Beruf GmbH | 39418 Staßfurt |
| Assistanceplus Softwaretraining | 40217 Düsseldorf |
| TTS Trainings- Team Stiebeler GmbH | 41061 Mönchengladbach |
| Stadt Grevenbroich | 41515 Grevenbroich |
| Frauencomputerschule Kaarst | 41564 Kaarst |
| Computerschule Sabine Richterich | 41564 Kaarst |
| Stadtbücherei Lünen | 44532 Lünen |
| ZEFF - Zentrum zur beruflichen Förderung von Frauen | 44532 Lünen |
| Bildungswerk Multi Kulti | 44534 Lünen |
| RUHRWERKSTATT - Kultur-Arbeit im Revier e.V. | 46045 Oberhausen |
| Stadt Borken | 46322 Borken |
| Realschule Rhede - PC Raum | 46414 Rhede |
| Stadt Duisburg | 47049 Duisburg |
| Stadt Duisburg | 47057 Duisburg |
| Regionalstelle Frau und Beruf | 47441 Moers |
| arsmedia Logic concept GmbH | 47623 Kevelaer |
| Werkhaus Krefeld e.V. | 47798 Krefeld |
| Gemeinde Wallenhorst | 49134 Wallenhorst |
| Bits & Grips gGmbH | 49393 Lohne |
| Volkshochschule Lingen gGmbH, Abteilung b.i.t. | 49808 Lingen |
| Ludwig-Windthorst-Haus | 49808 Lingen |
| Regionalstelle Frau und Beruf | 50226 Frechen |
| FrauenComputerSchule Köln | 50735 Köln |
| Kölner Wirtschaftsfachschule GmbH | 50969 Köln |
| Bildungsinstitut der Rheinischen Wirtschaft e.V. - BRW | 53879 Euskirchen |
| EDV Schulung und Beratung | 55288 Armsheim |
| Duale Oberschule | 56626 Andernach |
| TARGET GmbH | 56743 Mendig |
| Futurekids Drolshagen | 57489 Drolshagen |
| Bildungszentrum des Handels e.V. | 58095 Hagen |
| Bildungszentrum des Handels e.V. | 58452 Witten |
| Bildungszentrum des Handels e.V. | 58511 Lüdenscheid |
| Bildungszentrum des Handels e.V. | 58636 Iserlohn |
| Bildungszentrum des Handels e.V. | 59821 Arnsberg |
| moveo gGmbH | 59939 Olsberg |
| Frauen-Softwarehaus e.V. | 60327 Frankfurt (Main) |
| Volkshochschule Offenbach | 63065 Offenbach |
| arsmedia Nidda | 63667 Nidda |
| Zentrum für Weiterbildung gGmbH | 64283 Darmstadt |
| Die besondere PC-Schule für Frauen | 64521 Groß-Gerau |
| Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft e.V. | 64720 Michelstadt |
| Landesmedienanstalt Saarland - MedienKompetenzZentrum | 66115 Saarbrücken |
| Menschin.com | 67354 Römerberg |
| IBUS GmbH für Aus- und Weiterbildung | 67655 Kaiserslautern |
| Frauen@COM | 71032 Böblingen |
| VATTER Bildungszentrum | 72336 Balingen |
| Volkshochschule Geislingen | 73312 Geislingen |
| Bildungswerkstatt Anna Leischner | 74821 Mosbach |
| Büro- und EDV-Center Leist | 74909 Meckesheim |
| Akademie Wilhelmshöhe | 75173 Pforzheim |
| net-promo | 76530 Baden-Baden |
| K@jaco Consulting & Computerservices | 78166 Donaueschingen |
| Berufsbildungsinstitut Heimerer GmbH | 80335 München-Mitte |
| Landratsamt Fürstenfeldbruck | 82256 Fürstenfeldbruck |
| Quest Trainingscenter | 83395 Freilassing |
| Stadt Neusäß | 86356 Neusäß |
| Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft gGmbH, Memmingen | 87700 Memmingen |
| VHS Heidenheim | 89522 Heidenheim |
| VHS Kloster Herbrechtingen | 89542 Herbrechtingen |
| VHS Sontheim an der Brenz | 89567 Sontheim |
| Volkshochschule im Landkreis Hof | 95028 Hof |
| Volkshochschule im Landkreis Hof | 95145 Oberkotzau |
| Volkshochschule Landkreis Hof-Münchberg | 95213 Münchberg |
| Volkshochschule im Landkreis Hof | 95233 Helmbrechts |
| Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft gGmbH | 95445 Bayreuth |
| Stadt Coburg | 96450 Coburg |
| Futurekids Computercenter | 97070 Würzburg |
| Internetcafé "Von Senioren für Senioren" | 97072 Würzburg |
| Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft e.V. | 98527 Suhl |
| Volkshochschule | 98544 Zella-Mehlis |
| ibw | 98574 Schmalkalden |
| Deutscher Hausfrauen-Bund | 98708 Gehren |
| Computerschule Damm e.Kfm. | 99084 Erfurt |
| Bildung 2002 | 99310 Arnstadt |
| Bénédict School Weimar | 99423 Weimar |
| bbb - Bildung Beratung Beschäftigung e.V. | 99510 Apolda |
| Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft e. V. | 99734 Nordhausen |
| Bildungswerk der Thüringer Wirtschaft e.V. | 99974 Mühlhausen |
fanCLUB: Internetcafé-Zeiten für Frauen in Bibliotheken 2002-2005
Die Zielsetzung der Gemeinschaftsaktion Frauen ans Netz führte 2002 zu einem neuen und zusätzlichen Angebot in Bibliotheken: Internetecafé-Zeiten für Frauen, die über die Kurse hinaus ihre Kenntnisse nutzen und vertiefen wollen oder den ersten Kontakt mit dem Internet in einer unverbindlichen Situation, aber mit Anleitung und Betreuung wagen wollen. Das Angebot fanCLUB wurde geboren.
Nach der Befragung von Teilnehmerinnen der Einstiegskurse im Herbst 2002 ergab sich, dass 68 % der Befragten öffentlich zugängliche Internetplätze nutzen würden, wenn diese kostenlos und betreut wären. Daraus entstand die Idee, Internetcafé-Zeiten für Frauen in öffentlichen Bibliotheken anzubieten, um den Nutzungsinteressen und Lernbedürfnissen von Frauen entgegenzukommen, die keinen Kurs besuchen wollten.
Das Konzept fanClub wurde zunächst in einem dreimonatigen Pilotprojekt im Herbst 2002 in sieben Bibliotheken erprobt. Diese haben ihre eigenen Wege gefunden, die Club-Idee zu verwirklichen und das Konzept mit Leben zu füllen.
Die sieben Partnerbibliotheken des Pilotprojektes:
Stadt- und Landesbibliothek Potsdam Am Kanal 47, 14467 Potsdam
Zentral- und Landesbibliothek Berlin Breite Str. 30 - 37, 10178 Berlin
Stadtbibliothek Freiburg Münsterplatz 17, 79098 Freiburg
Stadtbibliothek Bremen Schüsselkorb 15/16, 28199 Bremen
Leipziger Städtische Bibliotheken Wilhelm-Leuschner-Platz 10, 04107 Leipzig
Stadtbibliothek Halberstadt "Heinrich Heine" Domplatz 49 (Nordflügel Petershof), 38820 Halberstadt
Stadtbibliothek Rostock Kröpeliner Straße 82, 18055 Rostock
Live-Bericht 2.10.2002: fanCLUB in Freiburg
2. Oktober 2002. Birgit Kampmann, Projektleiterin der Aktion Frauen ans Netz, besucht den fanClub im Freiburger Stadtteil Rieselfeld. In der Rieselfeldallee 30 befindet sich der MedienTreff, eine Nebenstelle der Stadtbibliothek Freiburg. Geleitet wird der Club hier von Julia Bräutigam, die sich noch in der Ausbildung befindet, und von der Club-Idee begeistert ist. Freiburg ist eine Reise wert. Für heute sind fünf Frauen angemeldet. Sie treffen um kurz nach 10 Uhr ein und werden von der Betreuerin Julia Bräutigam empfangen. Die Rechner sind bereits eingeschaltet, die Frauen haben die unterschiedlichsten Wünsche und Fragen. Eine Teilnehmerin war in der letzten Woche spontan zum Club-Termin gekommen, musste aber feststellen, dass keine Plätze mehr zur Verfügung standen. Deshalb ist sie heute wieder da und beschäftigt sich mit dem Online-Kurs und den zugehörigen Karten. Eine andere interessiert sich für Online-Gebühren. Nachdem sie dazu im Online-Kurs nachgeschaut hat, stellt sie Nora Bugdoll, der Betreuerin des Chats, direkt ihre Fragen und bekommt auch prompte Antwort.Julia Bräutigam unterstützt eine andere Teilnehmerin ganz individuell bei ihrer E-Mail: Dokumente anhängen, Anhänge öffnen, direkt antworten, E-Mailadressen speichern. Es scheint allen Spaß zu machen. Es ist eine ruhige und entspannte Atmosphäre in diesem Raum, der schon herbstlich gestaltet ist. Draußen scheint die Sonne.
Live-Bericht 12.11.2002: fanCLUB in Bremen
13. November 2002. Der fanClub in Bremen ist eine tolle Sache für alle Beteiligten: die Frauen sind begeistert, die Betreuerinnen lernen noch was dazu und die Bibliotheksleitung will das Projekt fortführen. Die sechs Arbeitsplätze sind besetzt. Drei Mitarbeiterinnen der Bibliothek beraten und unterstützen die Frauen beim Surfen. Eigentlich bleibt die Zentralbibliothek Schüsselkorb 15/16 mittwochs vormittags Besuchern verschlossen. Ein Hinweisschild an der Tür weist aber auf das Angebot fanClub hin. Die Frauen sind vorher angemeldet und "erscheinen auch zuverlässig", so die Leiterin Frau Steffens."300 Frauen sind angemeldet und sollen auch die Möglichkeit bekommen das Angebot zu nutzen. Bisher waren nur zwei Frauen verhindert und andere konnten nachrücken." Die Frauen sitzen entspannt in der 5. Etage des Gebäudes, umgeben von Regalen mit Büchern und CD's zum Thema EDV. An einem Tisch können Sie sich mit Kaffee und Keksen versorgen. Ein Rosenstrauss heißt die Frauen willkommen. Die Frauen werden nicht nur individuell unterstützt, sie bekommen auch noch einen Besucherausweis der Bibliothek für 6 Monate, um die anderen Angebote der Bibliothek zu testen. Viele Teilnehmerinnen der Club-Termine kommen dann auch zu den anderen Zeiten, an denen die Rechner zum Surfen genutzt werden können. "Sie wollen weitermachen und dranbleiben", so Frau Steffens. "Ich gehe nicht , solange ich keine Mail gemacht habe!"
Die Bibliothek musste sich zunächst auch auf die Wünsche und Bedürfnisse der Frauen einstellen: die geringen Kenntnisse, die konkreten praktischen Fragen, das Lerntempo. Den Frauen wird der Raum und die Zeit gegeben, nach den eigenen Möglichkeiten das Internet zu entdecken. Und es funktioniert: "Ich habe Kurse mitgemacht, die nichts gebracht haben. Sie sagen es ist kein Kurs. Es hat mir aber was gebracht." Alle Beteiligten bestätigen: "Es ist wichtig, nur unter Frauen zu sein." Aber die Bibliothek profitiert auch von dem Angebot. Es kommen Frauen, die sagen: "Ich war schon ewig nicht mehr hier." Zwei Drittel sind sogar zum ersten Mal in der Bibliothek. Auch das etwas angestaubte Bild der Bibliothek konnte revidiert werden: "Ich wusste gar nicht, dass Sie sowas machen!" Damit alle angemeldeten Frauen noch drankommen, wird das Angebot in Bremen auch nach dem Ende des Pilotprojktes zunächst fortgesetzt.
Live-Bericht 27.11.2002: fanCLUB in Berlin
27. November 2002. Zum vorläufig letzten Club-Termin einige Eindrücke aus Berlin: hier haben 8-10 Frauen seit Oktober regelmäßig gesurft, betreut und angeleitet von zwei Bibliothekarinnen. Es hat sich eine feste Gruppe gebildet, die heute ihre letzten Surfstunden mit einer kleinen Feier abrundet. Auch die Presssprecherin und die Leiterin der Landesbibliothek habe sich eingefunden.Und heute gab es für alle Frauen einen Surfschein und eine Mappe mit Material, das im Laufe der Zeit zusammengetragen wurde. Die Club-Leiterinnen, Frau Quint und Frau Homersen, haben eine entspannte und anregende Atmosphäre geschaffen, die es den Frauen ermöglichte ihre Scheu vor dem Computer und dem Internet zu überwinden.
Jetzt fühlen sie sich sicher im Umgang mit Maus und Tastatur. "Immer war jemand da, um weiterzuhelfen" so lobt eine Teilnehmerin die Club-Leiterinnen.
"Ich weiss jetzt ich kann alles lernen."
Workshop zum Pilotprojekt: fanCLUB - Ergebnisse und Perspektiven
Zur Auswertung des fanClub-Pilotprojekts fand im Februar 2003 in Berlin ein Workshop mit Vertreter/innen der beteiligten Bibliotheken, des Deutschen Bibliotheksverbands und des Bundesministeriums für Bildung und Forschung statt.
- Die Internetcafé-Zeit für Frauen in öffentlichen Bibliotheken ist als Ergänzungs- und Alternativangebot zum Kursangebot der Aktion Frauen ans Netz gedacht. Das Angebot richtet sich an Frauen, die "nur mal so ins Internet" schauen wollen und keinen Kurs besuchen möchten.
- Die große Nachfrage zeigte, dass Frauen, die Zuhause keinen PC nutzen oder nicht nutzen können, mit Begeisterung das fanClub-Angebot wahrnahmen. Im geschütztem Raum, nur für Frauen zugänglich, mit kompetenter Unterstützung und Beratung durch eine Bibliotheksmitarbeiterin probierten Sie das Forum, den Chat und den Online-Kurs in sechs Modulen aus.
- 189 Frauen haben in den drei Monaten an 13 Clubterminen teilgenommen. Es waren überwiegend ältere Frauen, die über wenig bis keine Computerkenntnisse verfügten. Die Caféatmosphäre ermöglichte ein entspanntes Lernen und eine gute Kommunikation. In der virtuellen Community stand eine erfahrene Online-Trainerin neben der Clubleiterin zur Beratung und Unterstützung bereit.
Auf Grund des enormen Erfolges und der guten Ergebnisse der Pilotphase wurde die Ausweitung des Projektes beschlossen.
Start der Internenetcafé-Zeiten für Frauen fanClub in 50 Bibliotheken
Nach Durchführung und Auswertung des Pilotprojekts im Herbst 2002 startete das Angebot bundesweit im September 2003 in 50 Bibliotheken. Real in den Räumen der Internet-Cafes in den Bibliotheken und virtuell im Netz bildeten die Clubfrauen eine Community mit regelmäßigen Treffen ganz unter sich. Drei Stunden in der Woche wurde die Medienecke der Bibliothek für sie reserviert, hier konnten sie ungestört im Internet surfen, mailen und eCards versenden. Eine Bibliothekarin unterstützte sie dabei. Während der Clubzeiten hatten die Frauen die Möglichkeit, sich mit Clubfrauen aus anderen Bibliotheken im Chat zu treffen. Hier konnten sie sich in Echtzeit über weit entfernte Strecken miteinander austauschen. Das Thema bestimmten sie selbst. Auch ein Forum stand zur Verfügung, um Fragen zu stellen, Tipps zu geben oder einfach nur einen Kommentar zu schreiben. Eine vom Kompetenzzentrum geschulte Online-Beraterin moderierte.
-> Landkarte mit allen 50 Standorten als Bild einfügen!!
Lernen@fanClub
Der fanClub-Online-Kurs wurde speziell für Besucherinnen des fanClub entwickelt, die nicht an einem Einstiegskurs interessiert waren. Im Wesentlichen stellte er eine Weiterentwicklung des Einstiegskurses dar, mit dem Unterschied, dass es möglich war, diesen Kurs vollkommen selbstständig zu bearbeiten. Das Ziel war auch hier Kenntnisse zu vermitteln, die im Umgang mit dem Internet immer wieder benötigt werden.Die acht Lerneinheiten oder Lernmodule des Kurses umfassten je ein zusammenhängendes Thema wie Suchen, E-Mail oder Homepageerstellung. Der Wissenstest half den Frauen dabei herauszufinden, welche Module bearbeitet werden sollten und welche sie überspringen konnten, da sie bereits über genügend Kenntnisse zu dem jeweiligen Thema verfügten.
Für Anfängerinnen bot es sich an von vorn zu beginnen. Das Maustraining konnte beliebig oft wiederholt werden, um den Umgang mit der Maus zu trainieren. Es war auch möglich die Inhalte in gedruckter Form zu erhalten, was den Teilnehmerinnen das gezielte Nachlesen und Wiederholen einzelner Lernmodule ermöglichte. Die Übungen standen ausschließlich online zur Verfügung. Auf den fanClub-Seiten im Internet stand den Besucherinnen neben dem Online-Kurs auch ein Forum sowie ein Chat-Room zur freien Verfügung. Dabei handelte es sich um einen Passwort-geschützten Bereich für den die einzelnen Bibliotheken eigene Zugangsdaten erhielten. Den Online-Kurs „Lernen@fanClub“ finden Sie hier.
Workshops 2002: "Frauen im ländlichen Raum der neuen Bundesländer" und "Seniorinnen"
Im Rahmen der Aktion Frauen ans Netz wurden im Sommer 2002 zwei Workshops zur Erschließung der Zielgruppen Frauen im ländlichen Raum der neuen Bundesländer und Seniorinnen durchgeführt. Diese beiden Zielgruppen wurden gewählt, weil hier bis zu dem Zeitpunkt der Anteil der Internetnutzerinnen an der gesamten weiblichen Bevölkerung noch am geringsten ausgefallen ist. Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. lud Expertinnen der entsprechenden Bereiche zu den Workshops ein, um mit ihnen gemeinsam neue Strategien zur Förderung der Internetnutzung und –kompetenz der Frauen beider Zielgruppen zu entwickeln.
Das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. richtete im Juni 2002 in Berlin den Workshop zum Thema Internetnutzung der Frauen im ländlichen Raum der neuen Bundesländer aus. Gemeinsam mit Expertinnen der Zielregionen wurden Strategien und Konzepte entwickelt, die darauf abzielten die digitale Integration der Frauen in besagten Regionen zu fördern. In Zusammenarbeit wurden die gesellschaftlichen Sub-Zielgruppen identifiziert. Im nächsten Schritt wurden den einzelnen Gruppen adäquate thematische Inhalte zugeordnet. Beispielsweise sollte der Zielgruppe "Erwerbssuchende, Arbeitslose, von Arbeitslosigkeit Bedrohte und Existenzgründerinnen“ vor allem Basiswissen im Umgang mit den Internet und Kompetenzen in der Onlinejobsuche sowie –bewerbung vermittelt werden. Anschließend wurden potenzielle Ansprech- und Kooperationspartnerinnen und Partner identifiziert.
Der Workshop zum Thema Seniorinnen ans Netz fand im September 2002 in Bonn statt. Auch hier lud das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. Expertinnen zum gemeinsamen Ideenfindungsprozess ein. Ältere Frauen sind die Bevölkerungsgruppe, die derzeit wie heute den geringsten Anteil der Internetnutzerinnen aufweisen. Hier bestand also erhöhter Handlungsbedarf und die ungenetzten Potenziale waren vielfältig. Die Workshopteilnehmerinnen und Teilnehmer beschäftigten sich mit den Fragen, welche Faktoren dafür verantwortlich waren, dass nur so wenige ältere Frauen das Internet nutzen, welche besonderen Lernanforderungen ältere Mitbürgerinnen aufweisen und wie man sie am effektivsten motivieren und ihnen am meisten vermitteln kann.
Aus den im Rahmen des Workshops gewonnenen Erkenntnissen wurde das Projekt Onlinekompetenz für die Generation 50plus entwickelt. Die erfolgreiche Aktion wurde 2003 gestartet.
Public Private Partnership Award 2003 für "Frauen ans Netz"
Der mit 5000 Euro dotierte Public Private Partnership Award für den Bereich Informationsgesellschaft wurde im Jahr 2003 erstmalig vergeben. Von den 49 eingereichten Bewerbungen prämierten die Initiatoren - die Initiative D21 und der Behörden Spiegel - insgesamt vier Projekte. Mit dem 2. Platz wurde die Aktion Frauen ans Netz für ihr erfolgreiches Engagement zur Stärkung der Internetbeteiligung von Frauen ausgezeichnet. Die Partnerschaft verbindet das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Bundesagentur für Arbeit, die Deutsche Telekom, die Zeitschrift Brigitte und den Verein Frauen geben Technik neue Impulse e.V..
Frauen ans Netz führte zwischen 1998 und 2005 bundesweit Internet-Kurse von Frauen für Frauen durch. In diesem Zeitraum haben über 160.000 Frauen in mehr als 300 Städten und Gemeinden an den Kursen teilgenommen. Das starke Bündnis der Partnerinnen und Partner bot dabei eine hervorragende Chance, Frauen in großer Zahl mit dem Medium Internet in Kontakt zu bringen und damit wichtige bildungs- und beschäftigungspolitische Weichen zu stellen, um auch im Netz Chancengleichheit zu erreichen. Zusätzlich trugen im ganzen Bundesgebiet öffentliche und private Bildungseinrichtungen, Frauenberatungsstellen und Sponsoren zum anhaltenden Erfolg der Aktion bei.
Den ersten Preis erhielt ebenfalls ein Gemeinschaftsprojekt der Bundesagentur für Arbeit, in diesem Fall mit der allesklar.com AG, für das Projekt - Online Stellenmärkte für jede deutsche Stadt www.meinestadt.de. Ein weiterer zweiter Preis ging an n-21: Schulen in Niedersachsen online e.V.. Den dritten Preis erhielt d-NRW - Digitales Ruhrgebiet.
Der Wettbewerb
Ziel des bundesweit ausgeschriebenen Wettbewerbs ist es, Public Private Partnership Projekte mit Vorbildcharakter einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen, um neue Kooperationsmöglichkeiten zwischen öffentlichen und privaten Partnern aufzuzeigen und zur Nachahmung anzuregen. Die Preisträger wurden am 2. Juni 2003 in Berlin von Dr. Göttrik Wewer, Staatsekretär im Bundesministerium des Innern, Erwin Staudt, Vorsitzender der Initiative D21 und Udo Hinsche, Mitglied der Geschäftsleitung der Siemens Business Services, ausgezeichnet. Die Preisverleihung rundete den 1. Tag des Kongresses "Effizienter Staat" ab, der auf Initiative des Behörden-Spiegels im Schöneberger Rathaus stattfand.
Was ist Public Private Partnership? PPP kann als eine institutionalisierte Form der Kooperation zwischen öffentlichen (public) und privaten (private) Partnern verstanden werden. Beide Seiten bringen Ressourcen ein und verfolgen gemeinsame Ziele. Dabei können die Ziele sowohl öffentlichen als auch kommerziellen Charakter haben. Ziel ist es eine höhere wirtschaftliche Abdeckung von öffentlichen Aufgaben zu erreichen.
Wo wird PPP eingesetzt? Das Konzept wird in den USA und bei unseren europäischen Partnerländern schon über viele Jahre praktiziert. In Großbritannien beispielsweise werden bereits 20% aller öffentlichen Investitionen über PPP finanziert. Aber auch in Deutschland erhält PPP eine immer größere Bedeutung. In Zeiten leerer Kassen, sowohl der Kommunen, Länder als auch im Bund sollen neue Wege der Finanzierung gegangen werden. Der Einsatz von PPP-Lösungen ist ganz unterschiedlich und wird rechtlich von dem Bund, den Ländern und Kommunen definiert.
PPP im eGovernment: Unter E-Government (elektronische Verwaltung) versteht man die Nutzung von Kommunikationstechnologie durch öffentliche Akteurinnen und Akteure. In diesem Feld ist bereits ein starkes Interesse an Public Private Partnership zu erkennen. Die Gemeinschaftsaktion Frauen ans Netz war auch ein E- overnment Projekt, dass das öffentliche Ziel -die gleichberechtigte Teilnahme von Frauen und Männer im Internet- verfolgte.
Ergebnisse der Teilnehmerinnenbefragung 2004 und 2005
Am Ende der Internetkurse wurden die Teilnehmerinnen gebeten an einer freiwilligen und anonymen Befragung teilzunehmen. Die Fragebögen wurden dann vom Team der Aktion Frauen ans Netz ausgewertet und als Qualitätsmaßstab sowie Grundlage für die Weiterentwicklung der Kurse verwendet. Im Folgenden sind beispielhaft die zusammengefassten Aufbereitungen der Befragungsergebnisse vom Herbst 2004 und 2005 angeführt:
Befragung Herbst 2004:
Welche Frauen konnten mit dem Einstiegskurs erreicht werden?
- 62 % der Frauen sind älter als 50 Jahre, das bedeutet 34 % sind zwischen 50 und 59 Jahren; 25 % sind zwischen 60 und 69 Jahren und 3 % sind 70 Jahre und älter. Die Generation 50plus ist auch im Herbst 2004 stärker vertreten als in den Vorjahren.
- Die meisten dieser Frauen sind Rentnerinnen (51 %) oder befinden sich im Vorruhestand.
- 40 % der Frauen sind als Hausfrauen tätig während 17 % von ihnen voll berufstätig und 8 % der Frauen erwerbslos sind.
- Die Frauen, die den Einstiegskurs besuchten, haben hauptsächlich die Mittlere Reife absolviert (40 %), 19 % haben einen Volks-, bzw. Hauptschulabschluss und 11 % haben Abitur.
Wie wurde der Kurs von den Teilnehmerinnen angenommen?
- Das Kursangebot hat den Vorstellungen der meisten Frauen vollständig entsprochen. Inhaltlich waren 62 % der Frauen vollständig mit dem Kurs zufrieden.
- Die vorgestellten Themen und Module im Kurs waren für 75 % sehr zufriedenstellend.
- Die Teilnehmerinnen waren mit der Kursleiterin wirklich sehr zufrieden (89%) und würden den Kurs auch unbedingt weiterempfehlen (74%).
Wie sieht die Internetnutzung der Frauen aus?
- 90 % der Frauen geben an in ihrem Haushalt einen Computer zu haben aber nur 85 % von ihnen besitzen einen Internetzugang.
- Im Frühjahr 2004 hatten 72 % der Frauen keine Möglichkeit von zu Hause aus im Internet zu surfen. Hier zeichnet sich ein deutlicher Trend zum Internetzugang ab. Frauen haben das Internet für sich entdeckt.
- 43 % der Frauen haben einen analogen Internetzugang, 35 % verfügen über den ISDN-Anschluss und 22 % haben bereits einen DSL-Anschluss.
- Im Frühjahr 2004 konnten sich nur 27 % vorstellen zukünftig T-DSL zu nutzen. Im Herbst 2004 nimmt der prozentuale Anteil der Frauen deutlich zu, denn jetzt können sich im Herbst 36 % vorstellen zukünftig diesen Anschluss zu nutzen.
- 39 % der Frauen hatten im Kurs das erste Mal Kontakt zum Internet während 61 % bereits vorher Erfahrungen mit dem Internet sammeln konnten.
- Die meisten Frauen haben durch die lokale Tageszeitung von dem Einstiegskurs erfahren (46 %).
Welches Interesse haben die Frauen?
- Frauen interessieren sich hauptsächlich für das Schreiben und Versenden von E-Mails unteranderem aber auch für das Surfen und Navigieren im Allgemeinen und die Bedienung von Suchmaschinen und Katalogen.
- 94 % der Frauen geben an, dass sie zukünftig das Internet selbst nutzen werden und auch - falls kostenlos - zu öffentlich zugängliche Internet-Plätze gehen würden.
- 46 % der Frauen interessieren sich sehr für das Internet jedoch haben 51 % wenig Interesse sich mit dem Netz zu beschäftigen.
- 52 % wollen das Internet nicht nutzen, weil sie zu wenig Kenntnisse vom Internet haben, 36 % weil sie keinen PC zu Hause haben und 16 % der Frauen weil sie privat kein Internetzugang haben.
- Inhaltlich finden die Frauen im Internet die Themen Reise & Urlaub (73 %), Gesundheit (56 %), Kommunikation (46 %) und Kultur (48 %) spannend und wollen sich in diesen Bereichen auch gerne weiterbilden.
- Weiterführende und vertiefende Kenntnisse möchten Frauen im Bereich Kommunikation, Internetsicherheit, Suchmaschinen und Einkaufen erlernen.
Befragung Herbst 2005
Frauen im Netz
- Die Altersstrukturen haben sich bei den Teilnehmerinnen zum Frühjahr kaum verändert.
- Die altersmäßig stärkste Gruppe unter den Frauen sind die Frauen zwischen 40 - 49 Jahren. Sie stellen ein Drittel der Teilnehmenden, gefolgt von den 50 - 59-Jährigen mit 30 %. Aber auch die nächste Altersstufe bis 69 ist immer noch stark mit 24 % vertreten. Die Altersgruppe 50plus findet das Angebot Frauen ans Netz sehr attraktiv. 57 % aller Teilnehmerinnen waren älter als 50 Jahre. Hier gab es ein Wachstum von zwei Prozentpunkten.
- Die wichtigste Informationsquelle über das Projekt beziehen die Frauen aus der regionalen Zeitung. 67 % der Frauen haben über dieses Medium von dem Kurs erfahren. Zweitwichtigste Quelle sind Freunde und Bekannte, die die Frauen auf den Kurs hingewiesen haben gefolgt von Informationen der Weiterbildungseinrichtungen.
Vorerfahrungen, Kenntnisse und Interessen bei Internetnutzung
- Neun von zehn Frauen haben einen Computer und einen Internetanschluss zu Hause. Doch nicht alle haben die Möglichkeit, das Internet zu erkunden, auch zu Hause genutzt. 38 % der Frauen geben an, in dem Einstiegskurs das erste Mal mit dem weltweiten Netz Kontakt gehabt zu haben.
- Wer das Internet nutzt, macht dies eher aus privaten als aus beruflichen Gründen. 18 % nutzen das Internet täglich privat, 38 % wöchentlich und der Rest seltener oder aber auch nie (18 %). Öffentliche Plätze würde nur jede zweite aufsuchen, und auch nur dann, wenn dort ein kostenloses oder ein kostengünstigen Angebot bereitgestellt wird.
- Nach dem Besuch des Einstiegskurs wollen 94 % der Teilnehmenden auch zukünftig das Internet nutzen.
- 75 % der Frauen sind an weiteren Internet-Seminaren interessiert und würden gerne noch einen weiterführenden Kurs belegen.
- Bei der Frage, was die Frauen im Internet interessiert, lagen E-Mail-Schreiben, Such- und Surfpraxis weit vorn. Themenbereiche, in denen von Frauen gestöbert wird, sind Reisen, Gesundheit, Ernährung, Kultur und Weiterbildung.
Gute Kritiken bekam das Kurskonzept und die Weiterbildungseinrichtungen
- Die vorgestellten Themen im Einstiegskurs "Schritt für Schritt ins Internet" waren für 78 % der Teilnehmerinnen interessant.
- 83% würden den Einstiegskurs an andere weiterempfehlen.
- Die Zufriedenheit mit der Kursleiterin lässt sich kaum noch überbieten. 96 % waren vollständig und 4 % teilweise zufrieden.
Hintergrund der Gemeinschaftsaktion
Das Internet wie wir es heute kennen, begann sich Anfang der 1990er Jahre herauszubilden. Mitte der 1990er zeichnete sich bereits deutlich ab, welch herausragende Rolle dieses neue, rasant anwachsende Medium in unserer Gesellschaft entwickeln würde. Die Bundesregierung begann mit der Ausarbeitung von Aktionsprogrammen, die darauf abzielten die Verbreitung und Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechniken zu steigern.
Im Jahr 1998 lag Deutschland im internationalen Vergleich mit gerade einmal neun Internet/Online-Abonnentinnen und Abonnenten je 100 Einwohner, im Mittelfeld. Der Frauenanteil an den deutschen Internetnutzern betrug zu diesem Zeitpunkt lediglich 30%. In Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und einigen öffentlichen sowie privaten Organisationen erarbeitete die Bundesregierung eine Strategie zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands auf dem Weg in die globale Informationsgesellschaft. Besonders Frauen an den Umgang mit dem neuen Medium heranzuführen war ein wichtiger Bestandteil des, auf diesem Weg erarbeiteten Konzeptes. Man sah in der neuen Entwicklung eine Chance für die Förderung der gesellschaftlichen Gleichberechtigung. Auf diesem Weg sollten die Ausbildungs-, Berufs- und Aufstiegschancen von Frauen in Deutschland verbessert werden.
Auf diesem Hintergrund wurde im Jahr 1998 die Aktion Frauen ans Netz als ein gemeinsames Projekt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), der Bundesagentur für Arbeit (damals Bundesanstalt für Arbeit), der Zeitschrift Brigitte, der Deutschen Telekom und des Vereins Frauen geben Technik neue Impulse in Form einer Public-Private-Partnership (PPP) gestartet. Die Aktion „Frauen ans Netz“ übernahm fortan die Aufgabe Frauen mit geringen Zugangsmöglichkeiten, familiärer Verantwortung und geringen Chancen auf dem Arbeitsmarkt an die Nutzung des Mediums heranzuführen und ihnen zu vermitteln, welche Vorteile sie privat und beruflich dadurch erlangen konnten.
Die Datenlage für die differenzierte Betrachtung der Zielgruppe Frauen im Hinblick auf die Nutzung des Internet war im Jahr 2001 sehr unbefriedigend: die vorgelegten Werte unterschieden sich sehr stark nach den jeweiligen Erhebungszwecken oder der Erhebungsmethode. Mit dem Verweigeratlas legte die Internetforschung von TNS Infratest (damals TNS Emnid) gemeinsam mit der Initiative D21 erstmals eine repräsentative Basiserhebung vor.
In den Folgejahren wurde die Studie in (N)ONLINER Atlas umbenannt und legt seither jährlich eine Topographie des digitalen Grabens durch Deutschland vor. In Zusammenarbeit mit TNS Infratest und der Initiative D21 führte der Verein Frauen geben Technik neue Impulse 2002 erstmals eine Gender-Sonderauswertung der Daten durch. Dabei wurde auch ein Schwerpunkt auf die Differenzierung zwischen den einzelnen Bundesländern gelegt. Durch eine zusätzlich Auswertung im Hinblick auf die Generationen 50plus wurde auch die Basis-Fragestellung im Rahmen der Datenerhebung zunehmend differenzierter.
Partnerinnen und Partner
Frauen ans Netz war eine gemeinsame Aktion des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, der Bundesagentur für Arbeit, der Deutschen Telekom, der Zeitschrift Brigitte und des Vereins Frauen geben Technik neue Impulse e.V.
Bundesministerium für Bildung und Forschung:
Auf der Internetseite des Bildungsministeriums findet sich einen Überblick über sämtliche Maßnahmen, Strategien und Fördermöglichkeiten im Bereich Bildung und Forschung, von der Raumfahrt bis zur Meeresbiologie. Unter Ministerium befindet sich der Schwerpunkt Frauen in Bildung und Forschung. Dort wird ein Überblick gegeben über die aktuellen Maßnahmen, unter anderem zu der Gemeinschaftsaktion des BMBF und des Kompetenzzentrums Technik-Diversity-Chancengleichheit komm mach MINT und weiteren Themenschwerpunkten. www.komm-mach-mint.de
Bundesagentur für Arbeit:
Die Website der Bundesagentur für Arbeit bietet aktuelle Informationen zu offenen Stellen, Ausbildungsplätzen und Weiterbildungsangeboten. Außerdem: Infos zum Thema Berufs- und Studienwahl, Geldleistungen, eine Praktikumsbörse und und und... Für ArbeitgeberInnen stehen BewerberInnenprofile zur Besetzung von offenen Stellen zur Verfügung. Unter Bürgerinnen & Bürger findet sich der Punkt Chancengleichheit, auch hier werden Informationen zum Thema Frauen in MINT-Berufen sowie zu weiteren Aspekten des Themas berufliche Gleichstellung von Frauen angeboten.
T-Home | Deutsche Telekom:
Das Internetangebot der Deutsche Telekom bietet breite Informationen über aktuelle Produkte der Telekom, von Neuigkeiten zu kostengünstigen Tarifen für Telefon und Internet. T-Online bietet Spannendes aus dem regionalen und weltweiten Tagesgeschehen sowie Neues für Kinder, Computer und Gesundheit.
Zeitschrift BRIGITTE:
Auf Brigitte.de erwarten die Besucher der Website tolle Tipps zu Karriere und Beruf sowie eine Jobbörse speziell für Frauen. Außerdem Tipps für Bücher & Kino, Beauty, Fitness & Gesundheit. Infos über Reiseziele mit der Möglichkeit, Reisepartnerinnen zu finden, ein kostenloser Newsletter kann abonniert werden, und natürlich gibt es viele Möglichkeiten, sich mit anderen Frauen auszutauschen.
Frauen geben Technik neue Impulse e.V.:
Der Verein Frauen geben Technik neue Impulse will die Potenziale von Frauen zur Gestaltung von Informationsgesellschaft und Technik stärker nutzen. Dieses Ziel soll mittlerweile durch das Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. erreicht werden, das Nachfolger des Vereins ist. Die Website des Kompetenzzentrums bietet viele Kontaktmöglichkeiten zu Netzwerken, Links, Buch- und Veranstaltungstipps, Neuigkeiten und eine hervorragende ExpertInnen-Datenbank mit Suchmöglichkeiten rund um das Thema Frauen. Das Kompetenzzentrum koordinierte die Aktion Frauen ans Netz.







































